Wenn man sich über einen Stapel Rechnungen freut, sind sie meist historisch und längst beglichen. So konnten sich auch die Teilnehmer des Workshops an diesem Wochenende über zahlreiche Rechnungen aus den Jahren 1620-1750 aus Hohenlohe-Schillingsfürst erfreuen.
Ausgangspunkt war die so oft gestellte Frage nach den früheren Geldwerten und ob diese in heutige Währungen umgerechnet werden können. Leider ist die Antwort hierauf, dass eine Umrechnung so nicht möglich ist, aber man durch den Vergleich z.B. von Warenwerten sich einen Überblick erarbeiten kann.
So machten sich die Teilnehmer daran, Warenwerte für eine individuell ausgewählte Warengruppe wie Hühner, Erbsen, Karpfen und Krebse aus den Rechnungen herauszusuchen, um so ein Gefühl für den Wert eines Produktes zu erlangen. Die Produkte durften hierbei nicht allzu großen Qualitätsschwankungen durch Wettereinflüsse (wie Wein oder Getreide) unterliegen oder mussten vergleichbar sein, denn auch der Wert eines Pferdes kann je nach Alter und Einsatz (Reit-, Zucht- oder Arbeitspferd) erheblich schwanken. Je nach Erfahrung im Lesen alter Schrift, konnte man sich allein auf die Suche nach Rechnungen begeben oder aber auf die Unterstützung innerhalb einer Gruppe zurückgreifen, um die Quellen gemeinsam zu durchforsten. So entstand ganz schnell ein emsiges Suchen und Finden, auch über Gruppen hinweg, was einen unkomplizierten und geselligen Zugang zu den Schriften bot.
Und wer genug von Karpfen, Krebsen, Wein oder Erbsen hatte, konnte sich zu einem Plausch bei Kaffee, Tee und Brezeln zurückziehen und sich so für den nächsten Büschel Rechnungen stärken.
Archivarbeit mal ganz anders!


