Rückblick

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15.10.22 Tages-Exkursion nach Wilhermsdorf

Premiere geglückt! Unsere erste Tages-Exkursion führte uns nach Wilhermsdorf im Landkreis Fürth. Von 1667 bis Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte die Stadt zum hohenlohischen Herrschaftsgebiet. Insbesondere Gräfin Franziska Barbara, die erst mit Graf Wolfgang Julius von Neuenstein verheiratet war, dann mit Graf Philipp Ernst von Hohenlohe-Schillingsfürst, prägte den kleinen Ort.

In Wilhermsdorf wurden wir sehr herzlich von dem dortigen Heimatverein in dessen Vereinshaus empfangen. Von dort durften wir uns in einer sachkundigen und kurzweiligen Stadtführung auf eine Reise in die Vergangenheit des Ortes begeben. Dabei spielte vor allem die hohenlohische Zeit und die bis heute sehr geschätzte Gräfin Franziska Barbara eine große Rolle. Sie wählte Wilhermsdorf zu ihrer Residenz, nachdem ihr erster Mann Graf Wolfgang Julius von Neuenstein 1698 nach neun Jahren Ehe verstorben war. Unter ihr erlebte die Stadt eine Blütezeit, die auch während ihrer zweiten Ehe mit Graf Philipp Ernst aus der katholischen Linie Hohenlohe-Schillingsfürst, anhielt.

Auch der Neubau der Kirche wurde von ihr in den Jahren 1706 bis 1714 nach den Plänen des Grafen Wolfgang Julius verwirklicht. Von der barocken Architektur und wunderschönen Ausstattung durften wir uns in einer Kirchenführung beeindrucken lassen und sogar bis unters Dach steigen und den Ausblick auf dem Kirchturm genießen.

Das Hohenlohe Wappen in der Hauptkirche zu Wilhermsdorf

Wir bedanken uns nochmals herzlich bei dem Vorstandsteam des Heimatvereins Wilhermsdorf und freuen uns, dass die Spuren der Geschichte uns zu diesem Tagesausflug geführt haben, bei dem auch schöne Begegnungen, anregende Gespräche und auch natürlich das leibliche Wohl nicht zu kurz kamen!

17./18.09.22 Mitmach-Projekt „Waren und Werte“

Wenn man sich über einen Stapel Rechnungen freut, sind sie meist historisch und längst beglichen. So konnten sich auch die Teilnehmer des Workshops an diesem Wochenende über zahlreiche Rechnungen aus den Jahren 1620-1750 aus Hohenlohe-Schillingsfürst erfreuen.

Ausgangspunkt war die so oft gestellte Frage nach den früheren Geldwerten und ob diese in heutige Währungen umgerechnet werden können. Leider ist die Antwort hierauf, dass eine Umrechnung so nicht möglich ist, aber man durch den Vergleich z.B. von Warenwerten sich einen Überblick erarbeiten kann.

So machten sich die Teilnehmer daran, Warenwerte für eine individuell ausgewählte Warengruppe wie Hühner, Erbsen, Karpfen und Krebse aus den Rechnungen herauszusuchen, um so ein Gefühl für den Wert eines Produktes zu erlangen. Die Produkte durften hierbei nicht allzu großen Qualitätsschwankungen durch Wettereinflüsse (wie Wein oder Getreide) unterliegen oder mussten vergleichbar sein, denn auch der Wert eines Pferdes kann je nach Alter und Einsatz (Reit-, Zucht- oder Arbeitspferd) erheblich schwanken. Je nach Erfahrung im Lesen alter Schrift, konnte man sich allein auf die Suche nach Rechnungen begeben oder aber auf die Unterstützung innerhalb einer Gruppe zurückgreifen, um die Quellen gemeinsam zu durchforsten. So entstand ganz schnell ein emsiges Suchen und Finden, auch über Gruppen hinweg, was einen unkomplizierten und geselligen Zugang zu den Schriften bot.

Und wer genug von Karpfen, Krebsen, Wein oder Erbsen hatte, konnte sich zu einem Plausch bei Kaffee, Tee und Brezeln zurückziehen und sich so für den nächsten Büschel Rechnungen stärken.

Archivarbeit mal ganz anders!