Ein paar steile Stufen führen hinunter in den großen tonnengewölbten Keller, der bei schummriger Beleuchtung geheimnisvoll wirkt. Als das Licht angeht fällt der Spot auf das große Fürstenfass am Ende des 70m langen „Herrenkellers“ und entfaltet dessen Wirkung fast bühnenreif.
In diesem tollen Ambiente bereitet uns Herr Uhlmann einen herzlichen Empfang. Stilecht startet die Führung mit einem prickelnden Glas Riesling-Sekt oder alternativ einem fruchtigen Traubensaft aus der Weinkellerei Hohenlohe. Bevor die Weinkellerei nach Adolzfurt verlegt wurde, standen in diesem 1604 erbauten „Langen Bau“ die Fässer und Tanks, in denen der Rebensaft heranreifte und anschließend abgefüllt wurde.
Herr Uhlmann nahm uns mit auf eine interessante Zeitreise, in der die Arbeit im Weinberg noch von anstrengender Handarbeit geprägt war. Es geht vorbei an vielen alten Gerätschaften, darunter die Ölöfen, deren Rauch die Reben vor Spätfrösten schützten, der ersten Etikettiermaschine und den Werkzeugen einer ehemaligen Küferei. Mit viel Hingabe wird dem Besucher ein anschauliches Bild vergangener Zeit vermittelt, an die sich der ein oder andere Besucher noch gut erinnert.
Ist man den Keller entlang geschritten, steht man vor dem imposanten Fürstenfass, das reich verziert das Wappen und die Inschrift „Joseph Fürst zu Hohenlohe und Waldenburg Pfedelbach 1752“ trägt. 1828 wurde es letztmals mit dem Zehntwein des Fürsten gefüllt, der ihn als Besoldung an seine Truppen und Bediensteten ausgab. Es fasst stolze 64 664l und ist das drittgrößte seiner Art in Süddeutschland. Etwas kurios wirkt die holzgeschnitzte Bacchus-Figur, die als Fassriegel diente.

Vielen Dank geht an dieser Stelle nochmals an Herrn Uhlmann, dessen Engagement und Herzlichkeit uns beeindruckt hat!
