Fährt man durch den Ort zur Mühle ist man im ersten Moment überrascht, denn ein imposantes Mühlengebäude mit einem ebensolchen Renaissancegiebel empfängt den Besucher. An die Mühle angrenzend liegt eine kleine Parkanlage in sattem Grün mit altem Baumbestand. Und natürlich fließt hier die Brettach und der davon abzweigende Mühlkanal, der die Mühle über 400 Jahre mit der Kraft des Wassers versorgte. Die vier Mühlräder wurden einst unterschlächtig angetrieben und brachten die Mühlentechnik in Gang. Wie die „klappernde Mühle“ arbeitete, davon kann man einen kleinen Eindruck erlangen, wenn im Untergeschoss des Mühlenmuseums Teile davon in Gang gesetzt werden – heute allerdings mit Motoren, denn die Mühlräder sind nicht mehr in Funktion. Trotzdem sehr beeindruckend, wie hier gearbeitet wurde! Schon 1344 wird die Brettacher Mühle erstmals erwähnt, der heutige Bau wurde um 1600/1602 auf alten Grundmauern errichtet.
Der Heimatgeschichtliche Verein Langenbrettach empfing uns an der Mühle und wir kamen in den Genuss einer Führung durch die Räume und die benachbarte Scheune, wo es in beinahe jedem Winkel etwas zu entdecken gibt. Der Verein hat hier mit viel Engagement und großer Liebe zum Detail eine Vielzahl an Gegenständen zusammengetragen, die vom einstigen Leben im Ort zeugen. Dass die „gute alte Zeit“ durchaus beschwerlich war, kann man hier nachempfinden, aber auch die wichtige Stellung des Handwerks. Die Wertigkeit und Langlebigkeit vieler Dinge macht nachdenklich, ist die heutige Zeit doch durch den schnellen Verbrauch vieler Produkte geprägt. Und so hört man an einigen Stellen des Rundgangs in der Gruppe immer wieder „Achja, das kenn´ ich noch“ und so bringen einstige Alltagsgegenstände die Augen zum Leuchten. Anschließend ging es noch eine Runde durch das Dorf und in die schön ausgestattete Kirche, bevor wir dem Wegweiser des nahegelegenen Besens folgten…
Ein Besuch dieses schönen Kulturdenkmals lohnt sich allemal. Vielen Dank an den Heimatgeschichtlichen Verein, der gerne auf Anfrage durch die Mühle führt. Man kann auch den Saal im 1.OG für Feierlichkeiten mieten, sogar ein Trauzimmer ist eingerichtet. Oder man kommt als Radler oder Wanderer auf dem Brettachtal-Radweg an der Mühle vorbei und nutzt den Park zur Erholung und wohlverdienten Rast.



