Hohenlohe Historisch geht auf Wanderung

Ein Steinkreuz im Wald – dem Verbrechen auf der Spur

Die Sommerpause ist vorbei, der Spätsommer zeigt sich von seiner schönsten Seite und es gibt eine spannende historische Begebenheit in Wald und Flur zu erkunden. Perfekte Bedingungen, um die Wanderschuhe zu schnüren…

So machten wir uns also auf den Weg, die Geschichte eines steinernen Kreuzes, dem sog. Schmauderstein, am Waldrand bei Michelbach a.W. zu erfahren. Los ging es am Michelbacher Sportplatz durch die Weinberge zum Forsthaus Rohrklinge. Dort präsentierte uns Jan Wiechert die ersten Informationen zu Wilhelm Schmauder, der mit seiner Familie eben dieses Forsthaus Ende des 19. Jahrhunderts bewohnte. Er war Forstwart der Hohenlohe und so zog er am 11. Juli 1898 von hier aus los, um seinen Rundgang im Revier zu erledigen. Von diesem sollte er nicht mehr wiederkommen…

Für uns ging es erstmal weiter über idyllische Wege zu jenem steinernen Kreuz am Waldrand von Michelbach. Hier, oder zumindest in unmittelbarer Nähe (der Stein wurde wohl einmal versetzt) geschah das Verbrechen. Wilhelm Schmauder wurde erschossen, sein Leichnam ein paar Tage später hier gefunden. Wie die genauen Umstände der Auffindung waren und welche Indizien sichergestellt wurden, weiß Jan Wiechert an dieser Stelle zu berichten.

Doch wer hatte die Tat begangen? Nach einer kleinen Rast machten wir uns auf den Rückweg. An der nächsten Station erfuhren wir, wer der Täter war: ein Wilderer, der schon einmal von Wilhelm Schmauder auf frischer Tat ertappt und überführt wurde und seitdem wohl auch als persönlicher Feind Schmauders betrachtet werden kann.

An der letzten Station erwartete uns eine erfrischende Überraschung in Form von verschiedenen Häppchen, Traubensaft und erfrischendem Sprudel. Wer wollte konnte auch ein Schlückchen Wein genießen. So erfuhren wir hier noch, wie es der Familie Schmauders nach dessen Tod ergangen und wie die Strafe des Täters ausgefallen war. Eine spannende Geschichte, deren Details hier nicht alle verraten werden, aber die doch beeindruckend gut dokumentiert ist.

Vielen Dank geht an dieser Stelle auch an Sandra, die die Wanderroute ausgearbeitet und die Köstlichkeiten vorbereitet hat!

Und wieder einmal wäre bewiesen: Geschichtsforschung findet oft im Archiv oder am Schreibtisch statt, lebendig wird sie vor Ort und dem Besuch historischer Schauplätze. Daher werden wir bestimmt noch einmal die Wanderschuhe schnüren und uns auf historische Pfade begeben. Nicht zuletzt, weil es sich bei guter Stimmung, schönem Wetter und netten Leuten auch so schön über gegenwärtige Themen plaudern lässt.

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